Interessantes - Pharmazie im Wandel der Zeiten


Die Anfänge abendländischer Pharmazie datieren in das 13. Jh. zurück. 

Nach verschiedenen regional vorausgehenden Ansätzen werden die 

Konstitutionen Kaiser Friedrichs II. (im Jahre 1231 angekündigt) als 

ältester systematischer Versuch einer Gesetzgebung im Bereich des 

Apothekenwesens betrachtet. 

Rechte und Pflichten von Ärzten und Apothekern und vor allem die 

Eigenständigkeit beider Berufe sind Schlüsselworte im Gesetzestext, 

die grundlegende Momente in der Entwicklung des Apothekenwesens 

bezeichnen, auch wenn die Konstitutionen nur für das Königreich 

Sizilien (Süditalien) galten.

Die Apotheke als Arbeitsplatz

1. Der Offizinbereich



Aus mittelalterlichen Verkaufsständen oder -buden, die oft am 

Marktplatz und in Kirchennähe lagen, entwickelten sich nach und

nach die ersten öffentlichen Apotheken in festen Gebäuden, 

ebenfalls meist an zentralen Plätzen der aufstrebenden Stadt (Marktplatz).

Im Gegensatz zum heutigen Verkaufsraum einer Apotheke war 

der Offizinbereich (Verkaufs- und Herstellungsbereich) bis mindestens 

in das 17./18. Jh. hinein für den Kunden nicht zugänglich. 

Er gab das vom Arzt ausgestellte Rezept durch das "Verkaufsfenster" 

dem Apotheker, dieser bereitete in der Offizin die Arznei und gab sie 

über das Fenster an den Kunden weiter. 





Der in der Mitte befindliche Tisch ist daher auch keine Verkaufstheke, 

sondern ein Rezepturtisch, an dem Arzneien nach Rezept hergestellt wurden.

Auch wenn der Kunde nicht den Raum selbst betrat, so konnte er doch in die 

Offizin hineinsehen. Die Einrichtung war deshalb häufig sehr aufwendig und 

eindrucksvoll gestaltet.







2. Die Material- und Kräuter-, Stoß- und Schneidekammer



Hier wurden größere Mengen von Rohdrogen zunächst weiterverarbeitet und 

danach auf Lager gehalten. Verschiedenste Geräte stehen für die 

Weiterverarbeitung der dort gelagerten Stoffe zur Verfügung: 





Zum Zerkleinern von Wurzeln und Rinden dienten Schneidebretter und 

Wiegemesser. Weitere wichtige Gerätschaften waren Mörser und Reibschalen. 

Eine große Waage diente zum Abwiegen größerer Mengen von Kräutern. 





3. Das Labor



Für die Entwicklung und Ausstattung des Apothekenlaboratoriums ist 

die Alchemie von großer Bedeutung gewesen. Allerdings verwendeten die 

Apotheker des 16. und 17. Jahrunderts anders als ihre Kollegen aus der 

Alchemie ihr Wissen zur Herstellung von wirksamen Arzneimitteln. 

An die Stelle der alchemistischen Techniken trat ab der Mitte des 

18. Jahrhunderts die pharmazeutische Chemie.














Apothekenwahrzeichen



Jahrhunderte lang hat es ein einheitliches Apothekenwahrzeichen 

nicht gegeben. Es blieb dem Apotheker überlassen, für seine 

Apotheke ein passendes Wahrzeichen oder Apothekenschild zu 

entwerfen und an der Fassade seiner Bären-, Einhorn-, Löwen- 

oder Adlerapotheke anzubringen.

Der Versuch, ein einheitliches Wahrzeichen für die Apotheke zu finden, 

wurde erst im 20. Jahrhundert unternommen. Im Jahr 1929 fiel seitens 

der Fa. Verunda der Startschuß für den Wettbewerb zur Findung eines 

solchen "Logos". 

Unter den eingegangenen 967 Vorschlägen ging schließlich im Jahr 1930 

das stark von der Bauhaus-Schule inspirierte "Drei-Löffel-Flasche"-Symbol

als Sieger hervor.
Nachdem 1936 nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten von 

Reichsapothekerführer Schmierer das "Fraktur-A mit Man-Rune" zum neuen 

Symbol für alle deutschen Apotheken eingeführt worden war, verschwand das 

kontrovers diskutierte, aber bis dahin immerhin von einem Drittel der 

Apotheken geführte, "Drei-Löffel-Flasche" - Emblem.



Das heute gebräuchliche Apothekenwahrzeichen - das rote A mit Giftschale

und Schlange - existiert in dieser gleichzeitig gesetzlich vorgeschriebenen

Form erst seit dem Jahre 1951.















Reiseapotheken (einst und heute)



Ob unterwegs oder zuhause, gläserne Fläschchen und metallene Döschen 

mit heilenden oder stärkenden Arzneien waren ebenso wie kleinste 

Arzneieinnahmelöffel, Pinzetten oder kleine Messer in den praktisch 

konstruierten, oft mehrfach ausklappbaren Behältnissen stets zur Hand.
Von der kunstvoll aus Ebenholz gefertigten, mit Silber beschlagenen und 

aufwendig mit Glas- und Silbergefäßen bestückten Augsburger Reiseapotheke

eines Feldherren des 17. Jh. bis zum modernen "first-aid-kit".

Auch die medizinische Versorgung auf Reisen hat sich stark gewandelt.













Entwicklung der Ausbildung des Apothekers



Bis weit ins 19. Jahrhundert vollzog sich die Ausbildung nach traditioneller

handwerklicher Art und Weise. Auf die Zeit als Lehrjunge folgten die 

Gesellen-bzw. Gehilfenjahre, die häufig Wanderjahre waren. 

Erst im 19. Jahrhundert begann sich die Ausbildung immer mehr von der 

Apotheke weg hin zur Universität zu verlagern.