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Homöopathie und Naturheilverfahren


Was bedeutet "Homöopathie" ? 

Jedes Medikament ruft in einem lebendigen Organismus eine Reaktion 
hervor, die gegensätzliche Symptome hervorbringt. Wer Schlafmittel 
einnnimmt, wird schließlich als Nachwirkung unter Schlaflosigkeit leiden. 
In der Homöopathie macht man sich dieses Prinzip zu Nutze: Es wird ein 
Mittel verschrieben, dessen Wirkungen den Symptomen der Krankheit 
entsprechen. Die Reaktion des Organismus richtet sich gegen die Wirkung 
dieses Mittels und beseitigt so zugleich mit den Symptomen des Mitttels 
die Symptome der ursprünglichen Krankheit. 
Homöopathische Mittel heilen also nicht durch ihre Wirkung, sondern 
durch die Aktivierung der Lebenskraft. 

Als homöopathische Verschreibung bezeichnet man die Verordnung eines 
Mittels nach der Ähnlichkeit der Symptome (z.B. Kaffee als ein mögliches 
homöopathisches Mittel gegen Schlaflosigkeit). 
Die Verwendung von Arzneimitteln, die in ihrer Hauptwirkung den 
Symptomen der Krankheit entgegengerichtet sind, wird als Allopathie 
bezeichnet; dies ist die gebräuchlichste Vorgehensweise der 
naturwissenschaftlichen Medizin. 
Bei einem Krampf der Bronchien (Asthma) wird beispielsweise ein 
Mittel verordnet, daß eine vorübergehende Erweiterung der Bronchien 
herbeiführt. 
Der Unterschied zwischen homöopathischer und allopathischer Medizin 
liegt also nicht so sehr in den verwendeten Arzneimitteln, sondern in der 
Technik der Verschreibung. Dasselbe Mittel kann im Prinzip sowohl 
homöopathisch als auch allopathisch sein, je nach der Art seiner 
Verwendung.

Dieses Ähnlichkeitsprinzip war schon früheren Ärzten 
(Hippokrates, Paracelsus) ansatzweise bekannt. Die Beobachtung, 
daß eine hinzukommende ähnliche Arzneikrankheit die ursprüngliche 
natürliche Krankheit auslöscht, wurde jedoch erst von Hahnemann als 
allgemein gültiges Naturgesetz erkannt -
"Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt" (lat. Similia similibus curentur). 
Das Wort Homöopathie ist aus dem griechischen - homoion pathos - 
ähnliches Leiden - abgeleitet. 
Kunstgerechte Anwendung der Homöopathie bedeutet also, sich bei 
der Wahl der Heilmittel an dieses Prinzip halten und
nur jeweils ein Mittel zur Zeit, nämlich das Ähnlichste zu verschreiben.




Potenzierung - Was heißt C 30 ? - Ein Tropfen auf den Bodensee?

Es ist nicht die Verschreibung von kleinen - sogenannten homöopathischen - Dosen, 
die das Wesen homöopathischer Medizin ausmacht, sondern nur die Verordnung von 
Arzneimitteln nach dem Gesetz der Ähnlichkeit. 
Die Potenzierung ist nicht zwingend bei der Herstellung eines homöopathischen Mittels.
In den Anfängen der Homöopathie wurden bei der Verordnung von Heilmitteln zunächst 
unerwartet starke Reaktionen beobachtet. Da die spezifische Arznei ähnliche Symptome 
auslöste wie die Krankheit selbst, zeigte sich der Organismus für diese Arznei besonders 
empfindlich. 
Hahnemann fand dann heraus, daß sich durch ein spezielles Verdünnungsverfahren, 
die Potenzierung, einerseits eine Milderung der unerwünschten Reaktionen erzielen ließ, 
während andererseits die ausgelöste Heilwirkung dadurch sogar noch gesteigert wurde. 
Weiterhin zeigten sich durch die Potenzierung arzneiliche Kräfte bei Substanzen, 
die im rohen Zustand gänzlich ohne Wirkung blieben. 
Die Potenzierung verringert also die Masse des Ausgangsstoffes und erhöht gleichzeitig 
seine Energie. Praktisch handelt es sich um eine stufenweise Verdünnung von Arzneistoffen, 
bei der jeder Verdünnung eine Verschüttelung bzw. Verreibung folgt. 
Die verschiedenen Potenzierungsvorschriften werden bei der Bezeichnung des Mittels jeweils 
durch einen Buchstaben dargestellt. D steht für eine zehnfache, C für eine hundertfache 
Verdünnung in jedem Einzelschritt; bei den Q-(oder LM-) Potenzen kommt es in einem 
Doppelschritt jeweils zu einer 50.000fachen Verdünnung. 
Die Zahl bezeichnet die Anzahl der entsprechend der Potenzierungsvorschrift vorgenommenen
Verdünnungsschritte. Calcium carbonicum C 30 bedeutet somit, daß das Mittel 
Calcium carbonicum (Muschelkalk) dreißigmal mit Milchzucker bzw. Alkohol jeweils im 
Verhältnis 1:100 potenziert wurde.
Daß ein solches, schier unglaublich verdünntes Mittel ("ein Tropfen auf den Bodensee"), 
dennoch eine deutliche Wirkung entfaltet, läßt sich beobachten. 
Warum dies so ist, kann derzeit nicht mit Sicherheit beantwortet werden. 
Diese Unerklärbarkeit hat der Homöopathie viel Feindschaft 
von manchen Wissenschaftlern eingetragen.
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